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Journalisten anschreiben: Pitch-E-Mail-Vorlage mit Beispielen, die wie Redaktion klingt
Inhaltsverzeichnis
Eine gute Pitch-Mail an Journalist:innen ist kurz, zeigt sofort den Nachrichtenwert und liefert eine zitierfähige Quelle. Sie funktioniert, wenn du Story und Beleg vor dein Produkt stellst und nur an wenige passende Empfänger schickst. Du brauchst dafür keine PR-Abteilung, sondern einen klaren Ablauf, saubere Daten und eine Mail-Struktur, die man in 20 Sekunden versteht.
- Betreff konkret: Zahl, Trend oder Konflikt in 6–10 Wörtern.
- Hook in 1 Satz: Was ist neu, überraschend oder relevant.
- Belege als Bulletpoints: 3 Fakten, Definitionen, Methodik.
- Quelle ohne Hürden: Landingpage schnell, stabil, zitierfähig.
Checkliste: Pitch in 20 Minuten vorbereiten
Wenn du Journalist:innen anschreibst, brauchst du zuerst Nachrichtenwert und erst danach Formulierungen. Ein guter Einstieg ist eine thematische Sammlung wie Digital PR & Outreach, weil du dort typische Story-Angles und Linkable Assets wiedererkennst. Plane deinen Pitch wie einen Mini-Redaktionsprozess, nicht wie eine Sales-Kampagne.
- Ziel definieren: Welche Aussage soll im Artikel landen, unabhängig vom Link.
- Asset festlegen: Daten, Mini-Studie, Rechner, Vergleich, Methodik-Note.
- Neuigkeit finden: Was hat sich geändert, was ist überraschend, was ist riskant.
- Leser-Nutzen: Welche Frage beantwortet die Story in einem Satz.
- Begriffe klären: Definitionen, Zeitraum, Stichprobe, Grenzen.
- Kernzahl wählen: Eine Zahl, die als Headline taugt.
- 3 Belege bauen: Kontext, Vergleich, Einordnung (ohne Marketing).
- Zitat vorbereiten: 1–2 Sätze Expertenkommentar, neutral formuliert.
- Empfänger matchen: 10–25 Kontakte, die regelmäßig darüber schreiben.
- Linkziel prüfen: Quelle schnell, mobil gut, keine Paywall, keine Hürden.
- Follow-up-Regel: Maximal zwei Nachfass-Mails, jeweils mit neuer Substanz.
- Dokumentieren: Versanddatum, Antwort, Ergebnis, Learnings.
Der wichtigste Qualitätscheck lautet: Wäre das auch ohne Link eine interessante Nachricht. Wenn die Antwort „nein“ ist, ist meist das Asset zu schwach, nicht die Mail.

Betreff, Einstieg, Belege: die Pitch-Struktur, die geöffnet wird
Ein Pitch ist keine Werbung, sondern ein redaktionelles Angebot. Wenn du wie ein Newsroom schreibst, hilfst du der Person am anderen Ende, schneller zu entscheiden. Halte alles so kurz, dass es auf dem Handy verständlich bleibt.
PR (Public Relations – Öffentlichkeitsarbeit) scheitert in E-Mails fast immer an zwei Dingen. Der Betreff ist zu vage oder der Text erklärt zu spät, warum die Story jetzt zählt. Du löst beides, indem du in der ersten Zeile den Kern lieferst und danach nur Belege.
Betreffzeilen: 8 Muster, die nicht nach Spam klingen
- Zahl + Kontext: „37% mehr X in Y – Auswertung aus Z“
- Trend + Zeitraum: „Neuer Trend in X: Daten aus 90 Tagen“
- Vergleich: „X vs. Y: Wo die größten Unterschiede liegen“
- Risiko: „Was bei X oft schiefgeht – 3 häufige Muster“
- Lokaler Angle: „Daten-Slice für Region/Branche: X in Y“
- Kosten: „Was X wirklich kostet – Aufschlüsselung nach Faktoren“
- Mythos: „Warum X nicht stimmt – Daten sprechen dagegen“
- Service: „Kurze Einordnung zu X – Zitat + Faktenpunkte“
Vermeide Superlative und Marketingwörter. Ein guter Betreff ist präzise, nicht clever. Wenn du mehrere Angles hast, teste zwei Betreffvarianten mit kleinen Empfängergruppen.
Der Körper der Mail: 5 Bausteine, die immer funktionieren
- Hook: 1 Satz, der den Kern-Inhalt enthält.
- Belege: 3 Bulletpoints mit Fakten, Definitionen, Methodik.
- Quelle: 1 Satz, was genau verlinkt werden kann und warum es zitierfähig ist.
- Zitat: optional 1 kurzer Experten-Satz ohne Produktname.
- Schluss: Angebot für Rückfragen oder Daten-Slice, ohne Druck.
Der häufigste Fehler ist eine lange Einleitung über das eigene Unternehmen. Dreh es um: erst Relevanz und Quelle, dann erst Absender-Kontext in einem Halbsatz.

Pitch-E-Mail-Vorlage zum Kopieren
Wenn du dir für Recherche und Listenbau Tools zurechtlegen willst, hilft eine Übersicht wie 50 kostenlose SEO-Tools als Startpunkt. SEO (Search Engine Optimization – Suchmaschinenoptimierung) ist hier nur Mittel zum Zweck, weil viele Outreach-Tools in SEO-Stacks stecken. Wichtig ist, dass die Mail selbst ohne Tool gut funktioniert.
Betreff: [Kernzahl/Trend] in [Thema] – Daten aus [Quelle/Zeitraum]
Hallo [Name],
[1 Satz Hook: Was ist neu/überraschend und warum relevant für die Leser:innen].
Drei Fakten zur Einordnung:
- Fakt 1: [Zahl + Definition, was genau gemessen wurde].
- Fakt 2: [Vergleich/Trend + Zeitraum + Methodik-Hinweis].
- Fakt 3: [Konsequenz/Implikation, ohne Produktversprechen].
Quelle/Asset: [1 Satz, was die Seite enthält: Datentabelle, Methodik, Download, Rechner].
Optionales Zitat: „[1 Satz, neutral, ohne Branding]“ – [Rolle/Expertise].
Wenn du möchtest, kann ich dir auch einen kurzen Daten-Slice für [Region/Branche] oder zusätzliche Details zur Methodik schicken.
Viele Grüße
[Name]
[Position, 1 Satz Kontext, optional]
Passe die Vorlage nur an den Angle an, nicht an dein Ego. Je weniger du erklärst, warum du toll bist, desto mehr wirkt die Mail wie Redaktion.
Drei Beispiele, die du sofort anpassen kannst
Beispiel 1: Daten-Insight für einen Ratgeber-Artikel
Betreff: 28% mehr [Symptom/Problem] bei [Zielgruppe] – Auswertung aus [Zeitraum]
Hallo [Name],
wir haben [Datentyp] aus den letzten [Zeitraum] ausgewertet und sehen einen klaren Ausschlag bei [Zielgruppe].
Drei Fakten zur Einordnung:
- Definition: Wir zählen [Definition], wenn [Kriterium].
- Trend: Der Wert steigt seit [Monat/Quartal] kontinuierlich an.
- Treiber: Besonders stark ist der Effekt bei [Segment], während [Segment] stabil bleibt.
Quelle/Asset: Eine Seite mit Methodik, Zeitreihe und Download der anonymisierten Aggregation.
Wenn du möchtest, kann ich dir einen Slice für [Region] oder einen Vergleich nach [Kanal] senden.
Viele Grüße
[Name]
Beispiel 2: Expertenkommentar zu einer aktuellen Debatte
Betreff: Kurze Einordnung zu [Thema] – 3 Faktenpunkte + Zitat
Hallo [Name],
falls du gerade an [Thema] arbeitest, hier eine knappe Einordnung mit Belegen, die du direkt zitieren kannst.
- Kernaussage: [These in einem Satz, ohne Dramatisierung].
- Beleg: [Zahl/Quelle + Definition, was genau gemeint ist].
- Kontext: [Warum das im Alltag/Markt wirklich relevant ist].
Zitat: „[1 Satz, klar, neutral, ohne Produktname]“ – [Rolle/Expertise].
Wenn du Rückfragen hast, antworte gerne mit deinem Angle, dann schicke ich die passenden Details.
Viele Grüße
[Name]
Beispiel 3: Service-Pitch mit Tool/Rechner als Quelle
Betreff: Rechner/Checkliste zu [Problem] – Quelle für Leserfragen
Hallo [Name],
wir haben eine kleine Utility gebaut, die [Problem] in weniger als einer Minute beantwortet und die Logik offen erklärt.
- Was es löst: [konkrete Leserfrage].
- Wie es rechnet: [1 Satz Methodik, Inputs/Annahmen].
- Grenzen: [1 Satz, wann es nicht passt].
Quelle/Asset: Seite mit Rechner, Beispielen und kurzer Methodik-Notiz.
Wenn du willst, kann ich dir eine Variante mit [Branche/Region] vorbereiten oder zusätzliche Beispiele liefern.
Viele Grüße
[Name]
Diese Beispiele funktionieren, weil sie schnell sind. Du gibst der Redaktion fertige Bausteine, ohne die Geschichte vorzukauen oder zu verkaufen.
Follow-up und Timing: Nachfassen ohne Nervfaktor
Ein Follow-up ist nur dann sinnvoll, wenn du neue Substanz bringst. Viele Redaktionen sehen die erste Mail, haben aber gerade keinen Slot, und ein gutes Follow-up hilft beim Wiederfinden. Plane deshalb schon beim ersten Versand, was du im Nachfassen hinzufügen kannst.
- Wartefenster: 2–4 Werktage, je nach News-Lage und Ressort.
- Follow-up 1: neuer Datenpunkt, lokaler Slice oder alternative Headline.
- Follow-up 2: zusätzliches Zitat, Visual-Idee ohne Aufwand, Methodik-FAQ.
- Stopp-Regel: keine dritte Erinnerung, kein Drängeln.
Wenn du Antworten willst, mach es leicht, „ja“ zu sagen. Biete zwei Optionen an: Daten-Slice oder kurzes Zitat, statt „Kann ich helfen?“. Und prüfe, ob du zur richtigen Uhrzeit sendest, statt an Empfängerzahl zu drehen.
Fehler und Fallen, die dich wie Spam wirken lassen
Die meisten Absagen passieren, bevor jemand den Text liest. Du wirkst dann nicht „uninteressant“, sondern schlicht nicht passend. Diese Fallen kosten dich Öffnungen, Antworten und Vertrauen.
- Massenverteiler: zu viele Empfänger ohne Beat-Fit.
- Vage Betreffzeilen: „Pressemitteilung“ oder „Kooperation“ sagt nichts.
- Zu viel Selbstbeschreibung: drei Absätze „wer wir sind“, bevor etwas passiert.
- Keine Methodik: Zahlen ohne Definition, Zeitraum oder Stichprobe.
- Asset hinter Hürden: Login, Cookie-Wall, langsame Seite, instabile URL.
- Überzogene Claims: „revolutionär“, „einzigartig“, „garantiert“.
- Falscher Ansprechpartner: generisches Postfach statt Autor:in.
- Unklare Quelle: der Link führt auf eine Sales-Seite statt auf Belege.
- Schlechtes Follow-up: nur „wollte mal nachfragen“ ohne Mehrwert.
- Keine Nacharbeit: Erwähnung ohne Link wird nicht höflich reclaimt.
Ein schneller Selbsttest hilft: Lies deine Mail laut vor. Wenn sie wie Werbung klingt, ist der Pitch nicht zu lang, sondern zu wenig Quelle.
Drei Szenarien: wenn … dann …
Nicht jede Idee ist eine News. Wenn du deine Strategie erweitern willst, kombiniere PR-Outreach mit seriösen Nebenquellen, statt alles auf „große Medienlinks“ zu setzen. Als Ideensammlung für Ergänzungen eignet sich 30 kostenlose Linkquellen, weil du dort viele Alternativen findest, die nicht nach Massen-Outreach verlangen.
- Wenn deine Daten zu schwach für eine Headline sind, dann mache daraus eine Ressourcen-Seite und pitche „Utility“ statt „News“.
- Wenn du eine Erwähnung ohne Link bekommst, dann frage höflich nach der Quellenverlinkung, weil Methodik und Details dort stehen.
- Wenn dein Thema überlaufen ist, dann fokussiere einen Nischenwinkel (Region, Segment, Branche) und liefere einen exklusiven Slice.
Diese Regeln sparen Zeit, weil du nicht jedes Mal neu improvisierst. Sie halten dich außerdem weg von Spam-Mustern, weil du konsequent Qualität vor Reichweite stellst.
Erster Schritt: Mini-Asset und zehn passende Kontakte
Starte klein und messbar. Baue ein zitierfähiges Mini-Asset (eine saubere Auswertung, ein Vergleich, ein Rechner) und suche zehn Autor:innen, die in den letzten Monaten genau über dieses Thema geschrieben haben. Schreibe zwei Betreffvarianten, sende in kleinen Batches und verbessere zuerst Story-Angle und Quelle, bevor du die Liste größer machst.
Über den Autor
Anna Keller
Content-Marketing-Spezialistin, die technische SEO mit klaren Storys verbindet.
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