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Gastbeitrag anfragen: E-Mail-Vorlage + Betreffzeilen, die Antworten bringen
Inhaltsverzeichnis
Damit eine Gastbeitrags-Anfrage beantwortet wird, muss sie in den ersten Sekunden klaren Nutzen zeigen und wenig Aufwand verursachen. Die beste Kombination ist ein kurzer Betreff, eine personalisierte erste Zeile und eine konkrete Themenidee, die zur Zielseite passt. Wenn du zusätzlich sauber erklärst, wie du mit Links umgehst und was der Empfänger davon hat, steigen deine Chancen deutlich.
- Nur eine klare Anfrage pro Mail.
- Ein Thema als Vorschlag, plus ein Backup-Thema.
- 2 Belege für Relevanz: Bezug auf Artikel + Zielgruppe.
- Mini-CTA: “Passt das grundsätzlich?” statt “Wann könnt ihr?”
- Follow-up fest einplanen, aber kurz halten.
Checkliste vor der ersten Mail: Zielseiten finden, prüfen, vorbereiten
Eine gute Outreach-Mail beginnt nicht im Posteingang, sondern bei deiner Auswahl der Websites. Wenn dir dafür noch ein System fehlt, hilft eine strukturierte Liste wie kostenlose Linkquellen ohne Spam, um Kandidaten aus echten Communities und Fachumfeldern zu sammeln. Wichtig ist, dass du jede Seite nach Themen-Fit und Editorial-Qualität filterst, bevor du überhaupt schreibst.
- Relevanz prüfen: Deckt die Seite dein Thema wirklich ab, oder ist es nur “irgendwie Marketing”?
- Aktivität checken: Gibt es in den letzten Wochen neue Inhalte, Kommentare oder Updates?
- Kontaktweg wählen: Redaktion, Autor, “Write for us”, oder LinkedIn-Profil der Verantwortlichen.
- Bezugspunkt notieren: Ein konkreter Artikel, den du gelesen hast, plus ein Satz warum er dir auffiel.
- Dein Asset definieren: Was bringst du mit, das die Seite noch nicht hat (Case, Daten, Anleitung, Vergleich)?
- Link-Plan klären: Welche Zielseite soll verlinkt werden, und passt sie wirklich zum geplanten Inhalt?
Wenn du nicht weißt, wer zuständig ist, formuliere die Mail so, dass sie intern leicht weitergeleitet werden kann. Halte die erste Anfrage unter 120 Wörtern und lege Details erst nach Interesse nach. Das senkt die Hürde und wirkt weniger wie eine Massenmail.

Betreffzeilen: kurz, konkret, nicht “marketingy”
Betreffzeilen funktionieren, wenn sie konkret sind und gleichzeitig neugierig machen, ohne reißerisch zu wirken. In B2B und SEO (Search Engine Optimization – Suchmaschinenoptimierung) gewinnt fast immer die Variante, die wie ein echter Mensch klingt. Vermeide Wörter, die nach Kampagne klingen, und setze stattdessen auf Kontext, Thema oder Nutzen.
Prinzipien, die fast immer besser laufen
- 4–7 Wörter statt ganzer Sätze.
- Ein Bezug zur Website oder Rubrik.
- Ein Ergebnis ohne Versprechen: “Idee” statt “garantiert”.
- Keine Floskeln wie “Kooperation”, wenn es nicht nötig ist.
Betreffzeilen-Beispiele für Gastbeiträge
- Idee für euren [Rubrik]-Bereich
- Kurzer Pitch zu [Thema]
- Gastbeitrag: [konkretes Problem] lösen
- Inhalt-Idee passend zu [Artikel-Titel]
- Frage zu Gastartikeln bei euch
- Vorschlag: [Thema] als How-to
- [Name], passt das Thema zu euch?
- Ergänzung zu eurem Beitrag über [Thema]
- Artikelidee mit Praxisbeispiel
- Kurzer Vorschlag für euer Publikum
- Content-Idee für [Zielgruppe]
- Gastartikel zu [Use Case]
- Checkliste/Guide zu [Thema]
- Datenpunkt/Analyse für euren Blog
- Frage: Offene Themen-Slots?
- Pitch: [Thema] aus der Praxis
- Ich kann [Thema] sauber aufbereiten
- Vorschlag für einen Evergreen-Guide
- Mini-Case Study zu [Thema]
- Kurze Anfrage zu Gastbeiträgen
Wenn du viele Mails verschickst, teste zwei Varianten parallel, aber ändere immer nur eine Variable zugleich. Eine einfache Regel: Betreff A ist thematisch, Betreff B ist personenbezogen. Nach 30–50 Kontakten siehst du meist schon, welche Richtung mehr Antworten bringt.
E-Mail-Vorlage: Struktur, die man schnell beantworten kann
Der Kern ist eine klare Abfolge aus Kontext, Nutzen, Themenidee und einer sehr kleinen Frage. Du musst nicht “verkaufen”, sondern nur plausibel machen, dass dein Beitrag lesenswert ist und redaktionell passt. Wenn du sicherstellen willst, dass dein Vorgehen zu Guest Blogging passt, hilft ein Überblick wie Blog Gastbeiträge, um typische Erwartungen und Risiken einzuordnen.
Vorlage 1: Kurz, freundlich, ohne Ballast
Hallo [Name], ich habe euren Beitrag zu [konkretes Thema/Artikel] gelesen und fand besonders [ein Detail] hilfreich. Ich hätte eine Gastartikel-Idee, die dazu passt und eurer Zielgruppe [Zielgruppe] einen konkreten Mehrwert gibt. Thema: [Arbeitstitel], mit [2–3 Bulletpunkte als Inhalte], praxisnah und ohne Fülltext. Wäre das grundsätzlich interessant, oder soll ich ein anderes Thema vorschlagen? Viele Grüße [Dein Name]
Vorlage 2: Mit kurzer Expertise-Einordnung
Hallo [Name], ich bin [Rolle/Background] und arbeite viel mit [Themenfeld], deshalb lese ich euren Blog regelmäßig. Zu eurem Artikel [Titel/URL intern notiert] hätte ich eine Ergänzung als Gastbeitrag, die konkret umsetzbar ist. Vorschlag: [Arbeitstitel] mit Schritt-für-Schritt-Teil, typischen Fehlern und einer kleinen Checkliste. Links würde ich nur dort setzen, wo sie als Quelle oder Vertiefung wirklich passen, und natürlich nach euren Vorgaben. Passt das vom Stil her, oder habt ihr eine Rubrik, die ihr gerade ausbauen wollt? Viele Grüße [Dein Name]
Halte den “Mehrwert-Teil” sichtbar, auch wenn jemand nur scannt. Vermeide lange Selbstvorstellungen und packe Kompetenz lieber in ein Ergebnis oder einen klaren Use Case. Wenn du Referenzen hast, nenne sie als kurze Stichworte, aber hänge nicht sofort PDFs oder lange Portfolios an.

Follow-up, ohne zu nerven: Timing, Text, Stopp-Regel
Die meisten Antworten kommen nicht auf die erste Mail, sondern auf das erste Follow-up. Das Follow-up soll nicht “pushy” sein, sondern die Entscheidung erleichtern und den Empfänger an den Kontext erinnern. Als Faustregel funktionieren 2 Nachfass-Mails besser als 5, wenn sie klar und kurz sind.
- Follow-up 1: nach 3–5 Werktagen, ein Satz Kontext, eine Frage.
- Follow-up 2: nach 7–10 Werktagen, alternative Themenidee anbieten.
- Stop: nach Follow-up 2, außer es gab schon Interaktion.
Follow-up-Vorlage
Hallo [Name], kurzer Ping zu meiner Anfrage wegen eines Gastbeitrags zu [Thema]. Soll ich euch dazu ein kurzes Outline schicken, oder passt ein anderes Thema besser? Viele Grüße [Dein Name]
Wenn du eine klare Alternative anbietest, wirkt das respektvoll und erhöht die Chance auf ein “Ja, aber…”. Wenn du nach dem zweiten Nachfassen nichts hörst, ist das oft kein “Nein”, sondern keine Kapazität. Dann ist es besser, die Seite später mit einem besseren Fit oder einem stärkeren Asset erneut anzusprechen.
Drei schnelle Szenarien: Wenn … dann …
Die gleiche Vorlage wirkt je nach Zieltyp sehr unterschiedlich. Passe vor allem Nutzen, Tiefe und Ton an, sonst fühlt es sich schnell wie eine Standardmail an. Diese drei Regeln sind simpel, aber extrem wirksam.
- Wenn du an einen Fachblog pitchst, dann liefere eine konkrete Themenlücke und eine klare Struktur mit Zwischenüberschriften.
- Wenn du an ein E-Commerce-Magazin pitchst, dann betone Beispiele, Screenshots-freie How-tos und Entscheidungshilfen statt Theorie.
- Wenn du an eine Agentur-Seite pitchst, dann bringe Daten, Benchmarks oder einen Prozess, der ihre Zielgruppe sofort anwenden kann.
Wenn du an lokale Publisher schreibst, dann nenne einen regionalen Bezug oder ein Beispiel aus dem lokalen Markt. Wenn du international schreibst, dann halte die Sprache einfach und vermeide Idiome, die unnatürlich klingen. Wenn du eine sehr große Seite anschreibst, dann reduziere dein Ziel auf ein “Passt grundsätzlich?” statt auf sofortige Zusagen.
Qualitätssignale, die Antworten wahrscheinlicher machen
Viele Redaktionen reagieren nicht wegen “zu wenig Interesse”, sondern wegen Risiko und Aufwand. Je klarer du zeigst, dass du redaktionell denkst, desto leichter ist die Entscheidung. Dazu gehören Ton, Format, Quellenqualität und ein sauberer Umgang mit Links.
- Ein Outline auf Anfrage: 5–7 Bulletpoints reichen völlig.
- Ein Beispiel für deinen Schreibstil: ein veröffentlichter Artikel oder ein kurzer Auszug.
- Ein Ziel: informieren, vergleichen, erklären, nicht “Sales”.
- Ein Format: How-to, Checkliste, Fehleranalyse, Case Study.
- Ein Link-Statement: Links nur, wenn sie inhaltlich tragen, und nach Vorgaben des Publishers.
Wenn du mit Sponsored Content arbeitest, kläre früh, ob der Publisher Kennzeichnungen wie “sponsored” oder “nofollow” nutzt. Das reduziert Diskussionen später und wirkt professionell. Außerdem schützt es beide Seiten vor Missverständnissen in Bezug auf Richtlinien.
Häufige Fehler und Fallen: Warum Mails ignoriert werden
Hier sind typische Gründe, warum eine Anfrage im Posteingang liegen bleibt. Viele davon wirken klein, sind aber in Summe ein klares “zu viel Aufwand”. Wenn du diese Punkte eliminierst, hebst du dich schon deutlich ab.
- Keine Personalisierung: “Hallo Team” ohne Bezug wirkt wie Massenversand.
- Zu lang: Mehr als 150–180 Wörter in der ersten Mail wird oft nicht gelesen.
- Unklare Anfrage: Kein Thema, kein Format, keine Frage, nur “Kooperation?”.
- Falscher Fit: Du pitchst ein Thema, das nicht zur Zielseite passt.
- Übertriebene Versprechen: Rankings, Traffic oder “garantierte Ergebnisse” schrecken ab.
- Zu viele Links: Mehrere URLs in der ersten Mail wirken schnell wie Spam.
- Keine Vorschläge: Du erwartest, dass der Publisher die Idee für dich macht.
- Unsaubere Grammatik: Ein paar Tippfehler sind okay, aber “hingerotzt” wirkt respektlos.
- Kein Follow-up: Viele Chancen sterben, weil niemand nachfasst.
Wenn du dich bei einem Fehler wiedererkennst, ändere zuerst nur diesen Punkt. Oft reicht schon ein besserer Betreff oder ein klarer Themenvorschlag, um Antworten zu bekommen. Und wenn du merkst, dass eine Nische generell nicht reagiert, liegt es häufig an der Auswahl der Zielseiten, nicht an der Mail selbst.
Vergleich der Wege: Outreach per E-Mail, Marketplace, Digital PR
E-Mail-Outreach ist gut, wenn du sehr gezielt passende Seiten willst und bereit bist, Beziehungen aufzubauen. Ein Marketplace-Modell kann sinnvoll sein, wenn du Prozesse standardisieren willst und der Austausch über klare Regeln läuft, zum Beispiel über ein kreditbasiertes System für Veröffentlichungen. Digital PR (Public Relations – Öffentlichkeitsarbeit) passt besonders dann, wenn du Daten, Storys oder Studien hast, die Medien wirklich aufgreifen.
- Outreach: hohe Kontrolle, aber mehr Zeit und Absagen gehören dazu.
- Marketplace: mehr Struktur, dafür weniger individuelle Beziehungsebene.
- Digital PR: potenziell sehr starke Erwähnungen, aber du brauchst ein echtes Thema mit Nachrichtenwert.
Wenn du neu startest, kombiniere oft besser: erst Outreach mit wenigen, sehr passenden Seiten. Dann ergänze mit einem planbaren Kanal, der dir kontinuierlich Erwähnungen liefert, ohne dass du jeden Kontakt neu anbahnen musst. So baust du Schritt für Schritt ein stabiles Netzwerk auf, ohne in Massenversand zu rutschen.
Wenn du bei Gastbeiträgen Links setzt oder Kooperationen kennzeichnest, ist es sinnvoll, die offiziellen Spam-Regeln und Richtlinien im Blick zu behalten. Eine zentrale Anlaufstelle ist Spam Policies for Google Web Search. Das hilft dir, unnötige Risiken bei Link-Platzierungen und Drittinhalten zu vermeiden.
Fazit: Der erste Schritt, der am meisten bringt
Starte mit 20 gut passenden Zielseiten, notiere pro Seite genau einen Bezugspunkt und schicke eine kurze Mail mit einem klaren Themenvorschlag. Plane direkt zwei Follow-ups ein und verbessere nach 30 Kontakten nur die stärkste Stellschraube, zum Beispiel Betreff oder Themen-Fit. So bekommst du schneller Antworten, ohne mehr zu spammen oder lauter zu werden.
Über den Autor
Lukas Weber
Redakteur mit Fokus auf Linkbuilding-Cases und datengetriebene Outreach-Kampagnen.
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