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Digital PR: Was es ist und wie du Backlinks aus Medien bekommst
Inhaltsverzeichnis
Digital PR (Public Relations – Öffentlichkeitsarbeit) ist datengetriebene PR, die auf redaktionelle Berichterstattung abzielt und dadurch natürliche Backlinks entstehen lässt. Du bekommst Medien-Backlinks, indem du ein verlinkbares Thema (Story-Angle) mit einem „Linkable Asset“ (z. B. Daten, Studie, Tool) kombinierst und gezielt Journalistinnen und Journalisten kontaktierst, die genau darüber schreiben. Wichtig ist, dass dein Pitch wie eine relevante Nachricht wirkt und nicht wie Linkbuilding-Spam.
- Story zuerst: Warum ist das jetzt für diese Redaktion interessant?
- Asset liefern: Daten, Beispiele, Visuals, Zitate, Methodik.
- Gezielt pitchen: wenige passende Kontakte statt 300 Massenmails.
- Landingpage vorbereiten: schnell, klar, zitierfähig, verlinkbar.
Die operative Digital-PR-Checkliste für Medien-Backlinks
Damit Digital PR nicht wie „versteckte Werbung“ oder unsaubere Gastbeiträge wirkt, brauchst du klare Publishing-Regeln und ein sauberes Qualitätsverständnis. Wenn du intern Regeln für Themenpassung, Linkpolitik und Kennzeichnung definierst, hilft dir ein Leitfaden wie Sichere Gastbeiträge nach Googles Site-Reputation-Abuse-Policy als Orientierung für Risiko-Signale und Prozesse. Diese Checkliste deckt den kompletten Ablauf ab – von Idee bis Link-Reclaiming.
- Ziel definieren: Welche Seite soll verlinkt werden, und warum ist sie zitierfähig?
- Suchintention prüfen: Welche Fragen stellen Medien und Leser zu diesem Thema?
- Story-Angle wählen: Neuigkeit, Trend, lokal/regional, Daten, Risiko, Kosten, Vergleich, „was sich ändert“.
- Linkable Asset bauen: Datensatz, Mini-Studie, Umfrage, Rechner, interaktives Verzeichnis, Methodik-Note.
- Belege sichern: Quellenliste intern, saubere Methodik, klare Definitionen, Reproduzierbarkeit.
- Zitatpaket vorbereiten: 2–3 Expertenstatements, jeweils 1–2 Sätze, ohne Marketing.
- Medienliste kuratieren: 20–40 passende Autorinnen/Autoren, die schon über das Thema berichten.
- Pitch schreiben: 1 Satz Hook, 3 Bullet-Fakten, 1 Satz „Warum jetzt“, 1 Satz Link/Asset.
- Landingpage optimieren: schnelle Ladezeit, klare Überschrift, Download/Embed ohne Hürden, Kontakt.
- Timing setzen: Versand nach Redaktionsrhythmus, Follow-up nach 2–4 Werktagen.
- Follow-up wertvoll machen: neue Zahl, lokale Variante, Visual-Option, exklusives Zitat.
- Nachfassen für Links: Unverlinkte Erwähnungen höflich in Links umwandeln.
Ein praktischer Qualitätsfilter lautet: Würde jemand deine Seite auch ohne Link als Quelle zitieren? Wenn die Antwort „nein“ ist, liegt das Problem meist am Asset, nicht an der Outreach-Formulierung.

Was Digital PR von klassischem Link Building unterscheidet
Klassisches Link Building zielt oft auf Platzierungsmöglichkeiten (Verzeichnisse, Gastbeiträge, Partnerschaften) und arbeitet stark über Skalierung. Digital PR zielt auf Berichterstattung und damit auf Links, die als Nebenprodukt einer redaktionellen Entscheidung entstehen. Das verändert alles: Du optimierst nicht für „Akzeptanz einer Platzierung“, sondern für „Nachrichtenwert und Zitierfähigkeit“.
Ein Medienlink ist nicht automatisch „besser“ als jeder andere Link, aber er ist häufig schwerer zu kopieren und wirkt natürlicher in einem Linkprofil. Dafür ist er weniger planbar und hängt stark von Story-Fit, Timing und Redaktion ab. Genau deshalb braucht Digital PR einen Prozess, der aus Zufall Wiederholbarkeit macht.
Linkable Assets: Inhalte, die Redaktionen wirklich verlinken
Medien verlinken bevorzugt auf Dinge, die Leserinnen und Leser als Quelle nutzen können, also prüfbare Daten oder ein klar abgrenzbares Artefakt. Wenn dein Inhalt nur Meinung ist, bekommst du eher eine Erwähnung als einen Link. Gib Redaktionen etwas, das sie gerne „belegen“.
- Eigene Datenauswertung: anonymisierte Trends aus Logs, Support-Tickets, Preis- oder Suchdaten.
- Mini-Studie: klare Stichprobe, Methodik, Limitations, 3–5 starke Insights.
- Vergleichsranking: transparente Kriterien, nachvollziehbare Gewichtung, Rechenweg.
- Rechner/Tool: kleine Utility, die eine Frage in Sekunden beantwortet.
- Ressourcenliste: kuratierte Liste mit Pflegeplan, Update-Datum, Auswahlkriterien.
- Expertenkommentar: präzise Einordnung mit klarer These und einem Zahlenanker.
Der wichtigste Hebel ist „sofort zitierfähig“. Eine Redaktion sollte in 30 Sekunden verstehen, was neu ist und wo sie die Zahl nachschlagen kann.

Backlink-Portfolio: PR-Links mit seriösen Nebenquellen kombinieren
Auch wenn du auf Medienlinks fokussierst, bleibt ein gesundes Profil divers. Du kombinierst PR mit Quellen, die echt genutzt werden und thematisch passen, statt nur „Linkplätze“ zu sammeln. Wenn du dafür Inspiration suchst, bietet 30 kostenlose Linkquellen für deine Nische – ohne Spam und Penalty-Risiko eine breite Ideensammlung, die sich gut als Ergänzung zu PR-Kampagnen nutzen lässt.
Der Vorteil: Während PR in Wellen kommt, liefern Nebenquellen konstante, kleine Signale und echte Referral-Klicks. So vermeidest du, dass deine Strategie nur funktioniert, wenn du gerade eine „große Story“ hast.
Medienliste aufbauen: Recherche statt Massen-Outreach
Die schnellste Art, Digital PR zu ruinieren, ist unpassende Empfänger anzuschreiben. Baue stattdessen eine kleine Liste, die extrem gut passt, und erweitere sie pro Kampagne. Das kostet am Anfang Zeit, spart aber später Wochen an Follow-ups.
- Beat-Matching: Wer schreibt regelmäßig über dein Thema, nicht nur einmal?
- Format-Matching: News, Ratgeber, Interview, Kolumne, Datenstück, Lokalbezug.
- Signal-Matching: Welche Quellen wurden in ähnlichen Artikeln verlinkt?
- Kontaktqualität: direkte Autoradresse vs. generisches Postfach.
Ein guter Mindeststandard ist: Du kannst pro Kontakt in einem Satz erklären, warum genau deine Story zu dieser Person passt. Wenn du das nicht kannst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es für die Redaktion auch nicht passt.
Pitch-Struktur: So klingt eine Mail wie Redaktion, nicht wie Werbung
Ein Pitch ist kein Sales-Text. Er ist ein Angebot: „Hier ist etwas Relevantes, hier ist die Quelle, hier ist warum es jetzt wichtig ist“. Halte ihn kurz und mache es leicht, die Story zu übernehmen.
- Betreff: 6–10 Wörter, konkret, ohne Superlative.
- Hook: 1 Satz mit dem Kern-Insight oder der überraschenden Zahl.
- Belege: 3 Bulletpoints mit Fakten, Definitionen, Kontext.
- Asset: 1 Satz, was genau verlinkt werden kann und warum es Quelle ist.
- Optional: 1 kurzes Zitat, neutral, ohne Produktname.
- Abschluss: Angebot für Rückfragen, Daten-Slice, Interview-Zeitfenster.
Wenn dein Pitch ohne Link „funktioniert“, ist das ein gutes Zeichen. Wenn er nur über den Link Sinn ergibt, wirkt er schnell wie Linkanfrage statt Story.
Follow-up ohne Nervfaktor: Wert hinzufügen statt „nachfragen“
Viele Redaktionen sehen die erste Mail, haben aber keine Zeit. Ein Follow-up ist dann sinnvoll, wenn du neue Substanz lieferst. Das kann ein lokaler Split, eine zusätzliche Zahl, ein Visual oder eine alternative Headline sein.
Praktische Regel: Maximal 1–2 Follow-ups. Und jedes Follow-up enthält eine neue Information, nicht nur „Wollte mal hören…“. So bleibst du im Gedächtnis, ohne wie Spam zu wirken.
Technik: Landingpage, Tracking und Link-Reclaiming
Deine Landingpage ist die „Quelle“. Sie muss schnell laden, sauber strukturiert sein und die Methodik erklären, sonst verzichten Redaktionen lieber auf den Link. Denke an zitierfähige Abschnitte: Definitionen, Datengrundlage, FAQs, Download.
- Performance: schnelle Core Web Vitals, keine schweren Script-Orgien.
- Stabilität: URL bleibt, keine späteren 404s, keine aggressive Paywall.
- Quellenteil: Methodik, Zeitraum, Grenzen der Daten.
- Kontakt: eine verantwortliche Person, erreichbar, mit klarer Rolle.
Link-Reclaiming ist oft der schnellste „zweite Schritt“. Suche nach unverlinkten Markenerwähnungen und bitte höflich um Quellenverlinkung, weil es Leserinnen und Lesern hilft, Details nachzuschlagen.
Compliance: Kennzeichnung, Ankertexte und rel-Attribute
Digital PR kann in Konflikte laufen, wenn Inhalte wie bezahlte Platzierung aussehen oder wenn Links offensichtlich „verkauft“ wirken. Gerade bei Kooperationen ist Transparenz entscheidend, sonst riskierst du Vertrauensverlust und unnötige Diskussionen. Für Links gibt es rel-Attribute (relationship attribute – Beziehungsattribut) wie rel="sponsored", rel="nofollow" und rel="ugc" (user-generated content – nutzergenerierte Inhalte), die den Kontext einer Verlinkung signalisieren.
Ein häufiger Fehler ist Ankertext-Over-Optimization. In PR-Kontexten funktionieren natürliche Formulierungen besser als harte Money-Keywords, weil Redaktionen so ohnehin schreiben. Wenn du Kontrolle über den Linktext hast, nutze beschreibende und unaufdringliche Anker, die den Inhalt erklären.
Typische Fehler und Fallen, die Digital PR unnötig kaputt machen
Die meisten Fehlschläge kommen nicht von „zu wenig Kontakten“, sondern von schlechter Passung und zu wenig Substanz. Wenn du diese Fallen vermeidest, wird dein Prozess automatisch stabiler. Hier sind die häufigsten Muster, die Backlinks verhindern oder die Kampagne riskant machen.
- Massenmailing ohne Beat-Fit, dadurch schlechte Öffnungs- und Antwortquoten.
- Keine Methodik, dadurch fehlende Zitierfähigkeit und Misstrauen.
- Zu viel Branding, dadurch wirkt der Pitch wie Werbung statt Story.
- Asset hinter Hürden (Login, Cookie-Wall), dadurch kein Link, kein Nutzen.
- Unklare Definitionen, dadurch sind Zahlen nicht vergleichbar.
- Überzogene Claims, dadurch wird der Pitch faktisch angreifbar.
- Zu spätes Timing, dadurch ist die News-Welle schon vorbei.
- Schlechtes Follow-up, nur „nachfragen“ ohne neue Information.
- Linkziel unpassend, Landingpage wirkt wie Sales-Seite statt Quelle.
- Kein Monitoring, dadurch verpasst du Erwähnungen ohne Link.
Ein hilfreicher Selbsttest lautet: Würde ich als Redakteur diese Quelle freiwillig setzen, weil sie Lesern hilft? Wenn nicht, ist es oft ein Asset-Problem, kein „Outreach-Problem“.
Drei Szenarien: wenn … dann …
Wenn du einen Prozess willst, der im Alltag funktioniert, brauchst du klare Entscheidungen für typische Situationen. Diese drei Szenarien treten häufig auf und sparen dir Zeit, wenn du vorher eine Regel festlegst. Sie helfen dir, konsequent zu bleiben und nicht zu improvisieren.
- Wenn deine Daten nicht stark genug für eine Headline sind, dann baue daraus eine Ressourcen-Seite und pitch „Utility“ statt „News“.
- Wenn eine Redaktion dich erwähnt, aber nicht verlinkt, dann bitte freundlich um den Link zur Quelle, weil Methodik und Details dort stehen.
- Wenn dein Thema stark umkämpft ist, dann fokussiere Nischenwinkel (Region, Branche, Segment) und liefere einen exklusiven Daten-Slice.
Als Bonusregel: Wenn du in einer Kampagne keine Antworten bekommst, dann ändere zuerst Story-Angle und Asset, bevor du die Kontaktliste vergrößerst. Mehr Empfänger verstärken sonst nur das falsche Signal.
Erfolg messen: welche Kennzahlen wirklich helfen
Digital PR ist nicht nur „Anzahl Links“. Du misst auch, ob die Story deine Marke stärkt, ob Nutzer über den Artikel zu dir kommen und ob du wiederholbar wirst. Ein guter Report zeigt Qualität, nicht nur Volumen.
- Linkqualität: thematische Nähe, Kontext, Platzierung im Artikel.
- Referral-Traffic: echte Klicks, nicht nur „Linkjuice“.
- Brand-Signale: mehr Markensuchen, mehr direkte Zugriffe.
- Wiederholbarkeit: Zeit bis zur nächsten Story, Aufwand pro Platzierung.
- Reclaim-Quote: Anteil der Erwähnungen, die du in Links wandelst.
Der beste erste Schritt ist simpel: Baue ein kleines, sauberes Linkable Asset, definiere eine klare Medienliste und teste zwei Story-Angles. Wenn du danach erkennst, welche Variante Antworten erzeugt, kannst du den Prozess systematisch ausrollen, ohne in Spam oder Aktionismus zu kippen.
Über den Autor
Mia Schubert
Schreibt über Growth, KI-Workflows und Redaktionsprozesse für Marketplaces.
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